Ratgeber · Sanierung Österreich
Fenster tauschen: Kosten, U-Wert & Verglasung
Von Lukas ZechnerEnergieausweis-AusstellerVeröffentlicht am
Am Fenster spürt man den Sanierungsbedarf am deutlichsten: Es zieht, die Scheibe ist im Winter kalt, und beim Lüften fällt auf, wie schwer der Flügel geht. Kein Wunder, dass der Fenstertausch ganz oben auf vielen Wunschlisten steht. Nur: Was er wirklich kostet, steht selten vollständig im ersten Angebot.
Kurz gesagt: Ein Fenstertausch kostet in Österreich rund 550 bis 850 Euro pro Quadratmeter Fensterfläche – für ein Standardfenster also etwa 1.000 bis 1.500 Euro komplett, für ein Einfamilienhaus 8.000 bis 18.000 Euro. Wichtig: Darin müssen Laibung, Fensterbänke und Malerarbeiten enthalten sein, sonst ist das Angebot unvollständig.
Auf einen Blick
- Kosten: ~550–850 €/m² Fensterfläche (Kunststoff, 3-fach)
- Einfamilienhaus: ~8.000–18.000 € bei 12–15 Fenstern
- Zielwert: Uw ≤ 1,0 W/m²K – meist Fördervoraussetzung
- Dauer: 2–3 Stunden je Fenster, 2–3 Tage fürs Haus
- Entscheidend: die Montage, nicht der Fensterkatalog

Was kostet der Fenstertausch?
Gerechnet wird nach Quadratmeter Fensterfläche. Das ist gewöhnungsbedürftig, hat aber einen guten Grund: Ein großes Fenster kostet nicht doppelt so viel wie ein kleines, weil Montage und Anschlussarbeiten weitgehend gleich bleiben. Diese Richtwerte gelten für Kunststofffenster mit Dreifachverglasung – den Standard bei der Sanierung:
Warum die Spanne so breit ist? Weil die reine Fensterlieferung nur die halbe Wahrheit ist. Das Material für ein Kunststofffenster liegt bei ungefähr 400 Euro pro Quadratmeter brutto – der Rest sind Montage, Demontage, Entsorgung und die Arbeiten rundherum. Und genau die werden im Altbau gern unterschätzt.
Was in diesen Richtwerten nicht steckt: Sonnenschutz wie Raffstore, Rollläden oder Außenjalousien, Insektengitter und Spezialausführungen – etwa einbruchhemmende Fenster, Schallschutzverglasung oder Sondermaße und Sonderformen. Das sind eigene Positionen im Angebot, und gerade der Sonnenschutz kann pro Fenster noch einmal spürbar zu Buche schlagen. Wer ohnehin tauscht, sollte ihn trotzdem gleich mitdenken: Nachträglich montiert wird es meist teurer, und beim Raffstore muss die Halterung von vornherein eingeplant sein.
Richtwerte inkl. MwSt. für Kunststofffenster mit 3-fach-Verglasung, ohne Sonnenschutz, Insektengitter und Spezialausführungen. Holz- und Holz-Alu-Fenster liegen deutlich darüber. Unverbindliche Werte – maßgeblich ist Ihr Angebot.
Die Nebenkosten, die im Angebot gerne fehlen
Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Ein neues Fenster wird nicht einfach in die Öffnung gestellt – rundherum entsteht Arbeit, die viele Angebote nicht oder nur als vager Nachsatz enthalten. Rechnen Sie pro Fenster mit diesen Positionen:
Zusammengerechnet sind das 300 bis 1.000 Euro pro Fenster zusätzlich zum Fenster selbst. Bei zwölf Fenstern also mehrere Tausend Euro – kein Detail, sondern ein eigener Kostenblock.
Besonders die Laibungsarbeiten haben es in sich. Beim Ausbau des alten Fensters bricht fast immer Putz weg; bei alten Kastenfenstern ist der Aufwand nochmals höher. Danach muss die Laibung neu verputzt, gespachtelt und gestrichen werden.
Deshalb der wichtigste Rat für die Angebotsphase: Verlangen Sie einen Komplettpreis mit ausgewiesenen Positionen. Ein verlockend günstiges Angebot, bei dem Laibung und Fensterbänke „nach Aufwand“ verrechnet werden, ist am Ende oft das teuerste.
Kunststoff, Holz oder Holz-Alu?
Kunststoff deckt den Großteil des Marktes ab, und das aus nachvollziehbaren Gründen: günstig, pflegeleicht, langlebig. Für die meisten Sanierungen ist es die pragmatische Wahl – unsere Richtwerte beziehen sich darauf.
Holz punktet bei Optik und Raumklima und ist im Altbau oft die stimmigere Lösung, gerade wenn die Fassade gegliedert ist. Es braucht dafür regelmäßige Pflege und kostet spürbar mehr.
Holz-Alu kombiniert beides: innen Holz, außen eine wartungsfreie Aluminiumschale. Die haltbarste Variante, aber auch die teuerste – allein das Material liegt bis etwa 965 Euro pro Quadratmeter.
Eine Anmerkung zur Farbe: Dunkle Rahmen sind gestalterisch beliebt, heizen sich in der Sonne aber stark auf. Das ist bei Kunststoff ein Thema für die Materialqualität – fragen Sie den Betrieb, ob das Profil für dunkle Farbtöne ausdrücklich freigegeben ist. Bei hellen Rahmen stellt sich die Frage gar nicht erst.
Der U-Wert – und der Trick mit den drei Buchstaben
Der U-Wert sagt, wie viel Wärme pro Quadratmeter und Grad Temperaturunterschied verloren geht. Je niedriger, desto besser. Beim Fenster gibt es ihn allerdings in drei Varianten, und das wird in Angeboten gern ausgenützt:
- Ug – nur das Glas (g wie glazing). Der schönste, weil beste Wert.
- Uf – nur der Rahmen (f wie frame). Meist der schwächste Teil.
- Uw – das gesamte Fenster (w wie window). Der einzige Wert, der zählt.
Steht im Angebot nur „U-Wert 0,6“, ist fast immer der Glaswert gemeint – das komplette Fenster liegt dann eher bei 0,9 bis 1,1. Fragen Sie im Zweifel ausdrücklich nach dem Uw-Wert. So ordnen sich die Werte ein:
Die Anforderungen an Bauteile regelt in Österreich die OIB-Richtlinie 6, umgesetzt von den Bundesländern. Für Förderungen wird üblicherweise ein Uw von höchstens 1,0 W/m²K verlangt.
Zwei- oder Dreifachverglasung?
Diese Frage ist heute schneller beantwortet, als viele erwarten. Der Aufpreis für die dritte Scheibe liegt meist bei nur 10 bis 15 Prozent, der Unterschied beim U-Wert ist dagegen erheblich. Bei einer Sanierung, die Jahrzehnte halten soll, ist das eine leichte Entscheidung.
Dazu kommt ein Effekt, den man unterschätzt, bis man ihn erlebt: Die innere Scheibe eines Dreifachfensters bleibt spürbar wärmer. Das kalte Abfallen der Luft vor dem Fenster hört auf, man kann Sitzplätze wieder ans Fenster stellen. Wärmer wird es dadurch nicht messbar – es fühlt sich aber deutlich anders an.
Zwei Einschränkungen: Bei denkmalgeschützten Objekten geben oft Rahmenprofil und Optik den Ausschlag, nicht die Physik. Und bei sehr kleinen Fenstern in Nebenräumen kann eine Zweifachverglasung wirtschaftlich vertretbar sein – für Förderungen reicht sie in der Regel nicht.
Was viele überrascht: Die dritte Scheibe macht das Fenster auch schwerer. Bei sehr großen Elementen oder Hebe-Schiebe-Türen braucht es entsprechend kräftige Beschläge, und beim Einbau wird mehr Personal nötig. Das schlägt sich im Angebot nieder – ein Grund mehr, große Elemente gleich beim Aufmaß anzusprechen.
Sonderfall Kastenfenster
In österreichischen Altbauten, besonders in Gründerzeithäusern, sitzt oft kein einfaches Fenster in der Mauer, sondern ein Kastenfenster: zwei hintereinanderliegende Fensterebenen mit einem Luftraum dazwischen, gefasst in einem hölzernen Kasten. Bauphysikalisch ist das erstaunlich clever – die Luftschicht dämmt, und der Schallschutz ist besser als sein Ruf.
Der Tausch ist hier eine andere Baustelle. Die Kästen sind tief in der Laibung verankert, der Ausbau ist aufwendiger, und die Öffnung ist danach deutlich größer als bei einem modernen Fenster. Entsprechend höher fallen Demontage und Laibungsarbeiten aus – rechnen Sie im Altbau generell mit 20 bis 40 Prozent Aufschlag gegenüber dem Standardfall.
Bevor Sie tauschen, lohnt eine zweite Überlegung: Ein gut erhaltenes Kastenfenster lässt sich häufig sanieren – abdichten, Beschläge instandsetzen, die innere Ebene mit einer besseren Verglasung versehen. Das kommt energetisch nicht ganz an ein neues Fenster heran, ist aber günstiger, erhält die Optik und ist in Schutzzonen oft ohnehin die einzige zulässige Variante. Fragen Sie einen Betrieb, der auf Altbau spezialisiert ist – nicht jeder Fensterbauer bietet das an.
Warum die Montage über alles entscheidet
Sie können das beste Fenster Österreichs kaufen – wenn die Anschlussfuge schlampig ausgeführt ist, war das Geld schlecht angelegt. Der Übergang zwischen Fensterrahmen und Mauerwerk ist die Schwachstelle, an der es zieht, an der Wärme verloren geht und an der Feuchtigkeit eindringt.
Fachgerecht ausgeführt hat diese Fuge drei Ebenen: innen luftdicht, damit keine feuchte Raumluft in die Konstruktion zieht. In der Mitte gedämmt, damit keine Wärmebrücke entsteht. Außen schlagregendicht, aber dampfdurchlässig, damit Feuchtigkeit wieder heraus kann. Man merkt sich das mit der Faustregel: innen dichter als außen.
Bauschaum allein erfüllt keine dieser drei Aufgaben zuverlässig. Er dämmt, aber er dichtet nicht dauerhaft – dafür braucht es Folien oder Dichtbänder. Ein Angebot, das nur „Montage mit Schaum“ vorsieht, sollte Sie stutzig machen.
Fragen Sie den Betrieb konkret, wie die Anschlussfuge ausgeführt wird. Die Antwort verrät mehr über die Qualität als jeder Produktprospekt – und ist bei vielen Förderungen ohnehin Voraussetzung.
Zwei weitere Details entscheiden mit: Wo im Mauerwerk sitzt das Fenster? Je näher an der Dämmebene, desto weniger Wärme geht über die Laibung verloren – deshalb ist die gemeinsame Planung mit einer Fassadendämmung so sinnvoll. Und wie ist die Laibung selbst gelöst? Ein schmaler Dämmstreifen rundherum kostet fast nichts, verhindert aber genau die kalte Ecke, an der sich später Feuchtigkeit sammelt.
Rollläden und Sonnenschutz gleich mitdenken
Wenn das Fenster ohnehin heraußen ist, ist der Moment für den Sonnenschutz gekommen. Nachher wird es aufwendiger und teurer – vor allem, wenn dafür wieder in die Laibung eingegriffen werden muss.
Zwei Punkte sind dabei wichtig. Erstens: Außen wirkt besser als innen. Ein Rollladen oder eine Raffstore hält die Sonne ab, bevor sie durchs Glas kommt; ein Innenvorhang bremst die Wärme erst, wenn sie schon im Raum ist. Der Unterschied ist im Sommer deutlich spürbar.
Zweitens: Alte Rollladenkästen sind berüchtigte Wärmebrücken. In vielen Häusern aus den Siebzigern und Achtzigern sitzt über dem Fenster eine dünne, ungedämmte Kiste, durch die es zieht. Wird sie beim Tausch gleich gedämmt oder gegen einen modernen Aufsatzkasten ersetzt, holen Sie einen Teil der Einsparung überhaupt erst ab.
Und noch ein Gedanke gegen die Sommerhitze: Moderne Verglasungen lassen sich mit einem g-Wert bestellen, der weniger Sonnenenergie durchlässt. Das klingt gut, kostet aber im Winter genau die solaren Gewinne, die Sie eigentlich haben wollen. Für die meisten Wohnräume ist der außenliegende Sonnenschutz die klügere Lösung.
Warum es nach dem Fenstertausch schimmeln kann
Ein Anruf, den Fachleute regelmäßig bekommen: „Seit die neuen Fenster drin sind, habe ich Schimmel.“ Das klingt paradox, hat aber eine einfache Erklärung.
Alte Fenster waren undicht. Sie haben rund um die Uhr unfreiwillig gelüftet und dabei Feuchtigkeit abtransportiert – auf Kosten der Heizkosten, aber immerhin. Neue Fenster schließen dicht. Die Feuchtigkeit aus Duschen, Kochen, Wäsche und Atmen bleibt jetzt im Raum, wenn Sie nicht bewusst lüften.
Dazu kommt ein zweiter Effekt: Früher war die kälteste Fläche im Raum die Fensterscheibe – dort ist Feuchtigkeit kondensiert, sichtbar und harmlos. Nach dem Tausch ist das Fenster warm, und die kälteste Stelle wandert an eine ungedämmte Außenwand oder in die Zimmerecke. Dort sieht man es nicht, bis der Schimmel da ist.
Die Lösung ist keine Hexerei: mehrmals täglich kurz querlüften statt Fenster dauerhaft kippen. Wo die Außenwand ungedämmt ist, lohnt es sich zusätzlich, Fenstertausch und Fassadendämmung gemeinsam zu denken – dann verschwindet die kalte Fläche gleich mit. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung nimmt Ihnen das Thema ganz ab.
So läuft der Fenstertausch ab
Von der Entscheidung bis zum fertigen Fenster sind es meist sechs Schritte – und der erste ist wichtiger, als er klingt:
- Aufmaß vor Ort: Fenster werden auf Maß gefertigt. Ein Betrieb, der ohne Aufmaß anbietet, kalkuliert ins Blaue.
- Angebot und Fertigung: Nach der Bestellung dauert die Produktion je nach Auslastung mehrere Wochen.
- Ausbau der Altfenster: Rahmen heraustrennen, Öffnung säubern. Hier bricht der Putz weg, den die Laibungsarbeiten später richten.
- Einsetzen und Befestigen: ausrichten, verankern, prüfen, ob der Flügel sauber schließt.
- Anschlussfuge herstellen: innen luftdicht, mittig gedämmt, außen schlagregendicht – der Schritt, der die Qualität ausmacht.
- Fensterbänke, Putz und Anstrich: die sichtbare Fertigstellung, oft von einem zweiten Gewerk.
Zeitlich sollten Sie mit zwei bis drei Stunden je Fenster rechnen; ein Einfamilienhaus mit zwölf Fenstern ist in zwei bis drei Arbeitstagen getauscht. Die Räume sind dabei jeweils nur kurz offen – man arbeitet Fenster für Fenster.
Planen Sie den Puffer aber bei den Laibungen ein: Putz muss trocknen, bevor gestrichen werden kann. Bis alles wirklich fertig aussieht, vergeht oft noch eine weitere Woche. Wer die Malerarbeiten selbst übernimmt, spart hier übrigens spürbar – das ist einer der wenigen Punkte beim Fenstertausch, an denen Eigenleistung ohne Risiko möglich ist.
Was im Angebot stehen muss
Fensterangebote sind notorisch schwer zu vergleichen, weil jeder Betrieb anders gliedert. Mit dieser Liste finden Sie schnell heraus, ob Sie Äpfel mit Äpfeln vergleichen:
- Der Uw-Wert, nicht der Ug-Wert. Es muss der Wert für das gesamte Fenster angegeben sein – sonst rechnet das Angebot sich schön.
- Aufmaß statt Schätzung. Steht im Angebot keine Fensterliste mit einzelnen Maßen, wurde nicht ordentlich aufgemessen.
- Demontage und Entsorgung. Beides gehört ausgewiesen, nicht in eine Sammelposition versteckt.
- Ausführung der Anschlussfuge. Steht dort nur „Montageschaum“, fragen Sie nach den Dichtebenen.
- Fensterbänke innen und außen. Häufig vergessen – und dann eine unangenehme Nachforderung.
- Laibung, Putz und Anstrich. Der größte Nebenposten. Wer ihn nicht anbietet, hat ihn nicht eingerechnet.
- Beschläge und Sicherheitsausstattung. Pilzkopfverriegelungen und abschließbare Griffe kosten wenig, wenn sie gleich mitbestellt werden.
Ein praktischer Tipp aus der Erfahrung: Lassen Sie sich das günstigste und das teuerste Angebot nebeneinanderlegen und suchen Sie gezielt nach den Positionen, die im günstigen fehlen. In neun von zehn Fällen erklärt genau das den Preisunterschied – und nicht die Qualität der Fenster.
Der richtige Zeitpunkt
Bei vielen Sanierungen gilt: Die eigentliche Arbeit beginnt nicht auf der Baustelle, sondern bei der Planung. Beim Fenstertausch heißt das vor allem, ihn nicht isoliert zu betrachten.
Steht eine Fassadendämmung an, machen Sie beides gemeinsam. Die Fenster rücken dann in die Dämmebene, die Anschlüsse passen, es entstehen keine neuen Wärmebrücken – und das Gerüst wird nur einmal gebraucht. Muss es getrennt sein, kommen die Fenster zuerst; sonst müsste die frische Fassade später wieder geöffnet werden.
Und wenn ein Fenster ohnehin defekt ist, faul oder nicht mehr dicht schließt? Dann stellt sich die Wirtschaftlichkeitsfrage anders. Sie zahlen ohnehin für ein neues Fenster – die Mehrkosten für eine gute Verglasung sind dann klein, und die Rechnung geht deutlich schneller auf.
Förderungen für den Fenstertausch
Thermische Sanierungen werden in Österreich auf zwei Ebenen gefördert: vom Bund und von den Bundesländern. Beide Schienen bestehen seit Jahren, ihre Ausgestaltung ändert sich aber laufend – Programme werden neu aufgelegt, Sätze angepasst, Budgets sind irgendwann ausgeschöpft.
Was erfahrungsgemäß stabil bleibt, sind die Spielregeln. Beim Fenstertausch gelten fast immer diese vier:
- Ein technischer Mindeststandard: meist Uw ≤ 1,0 W/m²K für das gesamte Fenster. Achten Sie darauf, dass der Betrieb genau diesen Wert bestätigt.
- Fachgerechte Montage: die luftdichte, wärmebrückenoptimierte Ausführung ist oft ausdrücklich Bedingung.
- Die richtige Reihenfolge: erst Registrierung oder Zusage, dann beauftragen. Wer vorher unterschreibt, verliert den Anspruch.
- Ausführung durch befugte Betriebe: Eigenmontage ist praktisch nie förderfähig.
Klären Sie die Förderfrage deshalb vor der Auftragsvergabe direkt bei der zuständigen Stelle – und rechnen Sie nie fest mit einem Zuschuss, den Sie nicht schriftlich haben.
- Bund: sanierungsoffensive.gv.at
- Land: die Wohnbau- oder Energieförderstelle Ihres Bundeslandes
- Allgemein: oesterreich.gv.at
Was der Tausch tatsächlich bringt
Jetzt der ehrliche Teil. Rein energetisch ist der Fenstertausch die teuerste Maßnahme pro eingesparter Kilowattstunde. Das liegt schlicht an der Fläche: Fenster machen einen kleinen Teil der Gebäudehülle aus, kosten pro Quadratmeter aber ein Vielfaches von Dämmung. Die Amortisation liegt deshalb häufig bei 15 bis 25 Jahren.
Trotzdem tauscht kaum jemand seine Fenster ausschließlich wegen der Heizkosten – und das ist auch vernünftig. Was tatsächlich den Ausschlag gibt:
- Behaglichkeit: keine kalte Zugluft mehr, keine kalte Scheibe im Rücken.
- Schallschutz: an einer belebten Straße oft das eigentliche Kaufargument.
- Einbruchschutz: moderne Beschläge sind eine andere Welt als ein 40 Jahre alter Fenstergriff.
- Bedienung und Dichtheit: Fenster, die wieder sauber schließen und sich leicht kippen lassen.
Fair gerechnet wird es dann, wenn die alten Fenster ohnehin am Ende sind. Dann zahlen Sie die Grundkosten sowieso, und nur der Aufpreis für die gute Verglasung ist die energetische Investition. So betrachtet rechnet sich der Tausch fast immer.
Vom Fenster zum Sanierungsplan
Richtwerte helfen bei der Orientierung. Die eigentliche Frage bleibt aber, was sich für Ihr Haus rechnet – und vor allem, in welcher Reihenfolge. Sind die Fenster wirklich der beste nächste Schritt, oder wäre das Geld am Dachboden oder an der Fassade besser aufgehoben?
Genau dafür ist unser kostenloser Sanierungsrechner da. Sie geben Ihre Gebäudedaten ein oder laden Ihren Energieausweis hoch – wir rechnen den Fenstertausch mit Ihren echten Flächen und U-Werten durch: Kosten, jährliche Ersparnis, Amortisation und mögliche Förderungen.
Der Nutzen liegt im Vergleich: Sie sehen die Fenster neben Dämmung und Heizung und erkennen, welche Kombination am meisten bringt. Wie sich die Maßnahmen preislich zueinander verhalten, zeigt auch der Ratgeber Was kostet eine Sanierung?
Fenstertausch für Ihr Haus berechnen →Die häufigsten Irrtümer
„Neue Fenster sparen am meisten Energie.“
Das glauben viele, weil man am Fenster die Zugluft spürt. Tatsächlich ist die Fensterfläche klein im Vergleich zu Wand und Dach – und der Fenstertausch die teuerste Maßnahme pro eingesparter Kilowattstunde. Er ist trotzdem sinnvoll, nur selten als erster Schritt.
„Der Angebotspreis ist der Fensterpreis.“
Das Fenster selbst ist oft nur die Hälfte der Rechnung. Laibung, Fensterbänke, Putz und Entsorgung kommen dazu und machen pro Fenster schnell mehrere Hundert Euro aus. Wer diese Positionen im Angebot nicht findet, hat kein vollständiges Angebot.
„Nach dem Tausch muss man weniger lüften.“
Genau umgekehrt. Alte Fenster waren undicht und haben unfreiwillig gelüftet. Neue schließen dicht – die Feuchtigkeit aus Duschen, Kochen und Wäsche bleibt im Raum, wenn Sie nicht bewusst lüften.
„Dreifachverglasung ist immer die richtige Wahl.“
Fast immer, aber nicht bedingungslos. Sitzt ein sehr gutes Fenster in einer ungedämmten Wand, ist plötzlich die Wand die kälteste Fläche im Raum – und die Feuchtigkeit sucht sich genau dort ihren Platz. Das spricht nicht gegen die Verglasung, sondern für eine abgestimmte Planung.
„Fenster einbauen kann man selbst.“
Ausmessen, ausbauen, einsetzen – klingt machbar. Über die Wirkung entscheidet aber die luftdichte und wärmebrückenfreie Anschlussfuge, und die verzeiht keine Improvisation. Dazu kommt: Ohne Fachbetrieb fällt in aller Regel jede Förderung weg.
Häufige Fragen
Was kostet ein Fenster inklusive Einbau?
Für ein Standardfenster aus Kunststoff mit Dreifachverglasung (etwa 1,5 × 1,2 m) rechnen Sie in Österreich mit rund 1.000 bis 1.500 Euro komplett – also inklusive Montage, Demontage des Altfensters, Entsorgung und der üblichen Anschlussarbeiten. Umgerechnet sind das etwa 550 bis 850 Euro pro Quadratmeter Fensterfläche.
Was kostet der Fenstertausch für ein ganzes Einfamilienhaus?
Ein typisches Einfamilienhaus hat 12 bis 15 Fenster. Damit liegen Sie meist bei 8.000 bis 18.000 Euro. Die Spanne ergibt sich vor allem aus Material, Fenstergrößen und dem Zustand der Laibungen – im Altbau wird es regelmäßig teurer als im jüngeren Bestand.
Welchen U-Wert müssen neue Fenster haben?
Moderne Fenster mit Dreifachverglasung erreichen einen Uw-Wert von etwa 0,8 bis 1,1 W/m²K. Für Förderungen wird häufig Uw ≤ 1,0 W/m²K verlangt. Achten Sie darauf, dass sich diese Angabe auf das gesamte Fenster bezieht und nicht nur auf das Glas.
Was ist der Unterschied zwischen Uw, Ug und Uf?
Uw steht für das gesamte Fenster (w wie window), Ug nur für das Glas (g wie glazing) und Uf für den Rahmen (f wie frame). Für die Bewertung zählt der Uw-Wert. Wird in einem Angebot nur der Ug-Wert genannt, klingt das Fenster besser, als es tatsächlich ist.
Zwei- oder Dreifachverglasung?
Bei einer Sanierung ist Dreifachverglasung heute der Standard. Der Aufpreis liegt meist nur bei 10 bis 15 Prozent, der Unterschied beim U-Wert ist dagegen deutlich. Zweifachverglasung kommt praktisch nur noch bei Nebenräumen oder aus denkmalpflegerischen Gründen infrage.
Wie lange dauert der Einbau?
Für ein einzelnes Fenster rechnet man mit etwa zwei bis drei Stunden. Ein Einfamilienhaus mit zwölf Fenstern ist meist in zwei bis drei Arbeitstagen fertig. Die Putz- und Malerarbeiten an den Laibungen kommen danach noch dazu.
Warum bildet sich nach dem Fenstertausch Schimmel?
Weil alte Fenster undicht waren und ungewollt für Luftwechsel gesorgt haben. Neue Fenster schließen dicht, die Feuchtigkeit bleibt im Raum und schlägt sich an der kältesten Stelle nieder – oft an einer ungedämmten Außenwand. Abhilfe schaffen bewusstes Lüften und, wo möglich, die Dämmung der Wand.
Kann ich Fenster selbst einbauen?
Technisch ist es möglich, praktisch selten sinnvoll. Über die Wirkung entscheidet die luftdichte, wärmebrückenfreie Anschlussfuge – Fehler dort kosten mehr, als die Montage gespart hätte. Für Förderungen ist die Ausführung durch einen befugten Betrieb ohnehin meist Voraussetzung.
Brauche ich für den Fenstertausch eine Bewilligung?
Beim Tausch in gleicher Größe und Optik ist meist keine nötig. Anders sieht es aus, wenn sich Größe, Teilung oder Farbe ändern, oder wenn das Gebäude denkmalgeschützt ist oder in einer Schutzzone liegt. Das Baurecht ist Ländersache – im Zweifel bei der Gemeinde nachfragen.
Fenster oder Fassade zuerst?
Am besten gemeinsam. Dann sitzen die Fenster in der richtigen Ebene, die Anschlüsse passen und das Gerüst wird nur einmal gebraucht. Muss getrennt werden, kommen die Fenster zuerst – sonst müsste die frische Fassade später wieder aufgemacht werden.
Gibt es Förderungen für den Fenstertausch?
Bund und Länder fördern thermische Sanierungen, die Programme ändern sich aber laufend. Fast überall gilt: ein technischer Mindeststandard beim Uw-Wert, Ausführung durch einen Fachbetrieb und Antragstellung vor Auftragsvergabe. Prüfen Sie den aktuellen Stand bei der zuständigen Stelle.
Wie schnell rechnet sich der Fenstertausch?
Rein energetisch dauert es meist 15 bis 25 Jahre und damit länger als bei Dämmmaßnahmen. Fenster werden aber ohnehin selten nur wegen der Heizkosten getauscht – Dichtheit, Bedienkomfort, Schallschutz und Einbruchschutz spielen eine mindestens ebenso große Rolle.
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