Ratgeber · Sanierung Österreich
Dachboden dämmen: Kosten, Anleitung & Dämmstoffe
Von Lukas ZechnerEnergieausweis-AusstellerVeröffentlicht am
Wärme steigt nach oben – das weiß jeder. Trotzdem liegt in vielen österreichischen Häusern über dem Wohnzimmer nichts als eine nackte Betondecke und darüber ein zugiger Dachboden. Die gute Nachricht: Kaum eine Sanierung ist so schnell erledigt und so günstig wie diese.
Kurz gesagt: Die Dämmung der obersten Geschoßdecke kostet in Österreich rund 24 bis 71 Euro pro Quadratmeter – bei 100 m² Dachboden also etwa 2.500 bis 7.000 Euro. Damit ist sie die mit Abstand günstigste Dämmmaßnahme am Haus und rechnet sich meist innerhalb von zehn bis fünfzehn Jahren. Voraussetzung: Der Dachboden wird nicht bewohnt.
Auf einen Blick
- Kosten: ~24–71 €/m² (20 cm, nicht begehbar) je nach Bundesland
- Eigenleistung: Material ab ~8–20 €/m²
- Sinnvolle Stärke: 20 cm Standard, 24–30 cm für höhere Förderstufen
- Aufwand: meist ein Arbeitstag, kein Gerüst nötig
- Voraussetzung: Dachboden ungenutzt und nicht beheizt

Was kostet es, den Dachboden zu dämmen?
Gerechnet wird nach Quadratmeter Deckenfläche – also grob nach der Grundfläche Ihres Dachbodens. Für eine nicht begehbare Dämmung mit 20 Zentimetern liegen die Kosten in Österreich bei rund 24 bis 71 Euro pro Quadratmeter, inklusive Material, Verlegung und der Abdichtung der Dachbodenluke.
Bei einem typischen Einfamilienhaus mit 100 Quadratmetern Dachbodenfläche landen Sie damit bei ungefähr 2.500 bis 7.000 Euro. Zum Vergleich: Dieselbe Fläche als Fassade zu dämmen kostet ein Vielfaches. Und ein Gerüst brauchen Sie hier gar keines – alles passiert im Trockenen unterm Dach.
Drei Varianten bestimmen den Preis:
- Nicht begehbar: Dämmplatten oder Matten werden einfach auf die Decke gelegt. Die günstigste Lösung.
- Begehbar: druckfeste Platten oder ein Lattenrost mit Beplankung. Rechnen Sie mit etwa 8 bis 15 Euro pro Quadratmeter Aufpreis.
- Einblasdämmung: loser Dämmstoff wird in Hohlräume geblasen – bei Holzbalkendecken ab rund 20 Euro pro Quadratmeter.
Was es in Ihrem Bundesland kostet
Handwerkerpreise sind in Österreich regional sehr unterschiedlich. Das sind die Richtwerte aus unserer Kostendatenbank für 20 Zentimeter Dämmung der obersten Geschoßdecke:
Das Muster kennt man von anderen Gewerken: Im Osten und Süden ist es günstiger, im Westen und in Wien deutlich teurer. Der Unterschied zwischen Burgenland und Wien beträgt gut 40 Prozent – bei 100 Quadratmetern also schnell 2.000 Euro. Wer nahe einer Landesgrenze wohnt, darf ruhig auch auf der anderen Seite anfragen.
Warum ausgerechnet der Dachboden zuerst?
Weil Physik keine Kompromisse macht: Warme Luft steigt auf. In einem ungedämmten Haus drückt die Heizwärme nach oben und verschwindet durch die Decke in den kalten Dachraum. Bis zu einem Viertel des gesamten Wärmeverlusts läuft über ein ungedämmtes Dach.
Entscheidend ist aber nicht nur, wie viel Sie sparen, sondern was es kostet, das zu erreichen. Und genau hier gewinnt der Dachboden jeden Vergleich. Setzen Sie die Kosten ins Verhältnis zur eingesparten Kilowattstunde, gibt es am ganzen Haus keine bessere Maßnahme.
Ein Vergleich macht das deutlich: Eine Fassadendämmung kostet in Österreich rund 113 bis 238 Euro pro Quadratmeter, die Geschoßdecke 24 bis 71. Die Fassade spart in Summe zwar mehr, weil sie die größere Fläche ist – aber pro investiertem Euro liegt der Dachboden klar vorne. Deshalb steht er in fast jedem sinnvollen Sanierungsfahrplan an erster Stelle, noch vor Fenstern und Heizung.
Dazu kommt ein Nebeneffekt, den viele unterschätzen: Im Sommer bleibt es unter dem Dach spürbar kühler. Eine gedämmte Decke bremst nämlich nicht nur die Wärme, die hinaus will, sondern auch die, die von einem aufgeheizten Dachboden herunterdrückt.
Begehbar oder nicht begehbar?
Diese Frage entscheidet über einen guten Teil der Kosten – und wird oft aus Gewohnheit falsch beantwortet. Seien Sie ehrlich: Wie oft betreten Sie den Dachboden wirklich? Bei den meisten sind es zwei Mal im Jahr, wenn die Weihnachtsdeko rauf- und wieder runterwandert.
Für diesen Fall genügt die nicht begehbare Variante. Ein Laufsteg aus ein paar Brettern über der Dämmung reicht völlig, um zur Luke oder zum Kamin zu kommen.
Brauchen Sie dagegen eine belastbare Fläche, führt an einer begehbaren Ausführung kein Weg vorbei: druckfeste Platten oder ein Lattenrost mit Verlegeplatten darüber. Der Aufpreis ist mit 8 bis 15 Euro pro Quadratmeter überschaubar – und allemal besser, als eine weiche Dämmung Jahr für Jahr plattzutreten.
Ein Punkt, der dabei gern übersehen wird: Offiziell darf der Dachboden aus brandschutztechnischen Gründen gar nicht als Lager genutzt werden. Dachräume sind freizuhalten – gelagertes Brandgut erhöht die Brandlast genau dort, wo ein Feuer sich am schnellsten ausbreitet und die Feuerwehr am schwersten hinkommt. „Begehbar“ heißt in der Praxis daher: sicher zugänglich für Wartung und Kontrolle, nicht: Abstellraum für alte Möbel.
Holzbalkendecke oder Massivdecke?
Bevor Sie irgendetwas kaufen, schauen Sie nach, worauf Sie eigentlich dämmen. Davon hängt der ganze Aufbau ab – und ob eine Dampfbremse nötig ist.
Massivdecke aus Beton: der einfache Fall. Die Decke ist eben und ohnehin ziemlich luftdicht. Meist genügt es, die Dämmplatten sauber und fugendicht im Verband zu verlegen – eine Dampfbremse braucht es in der Regel nicht.
Holzbalkendecke: der anspruchsvollere Fall, typisch für ältere Häuser. Hier muss verhindert werden, dass feuchte Raumluft von unten in die Konstruktion zieht und im kalten Bereich kondensiert. Dafür sorgt die Dampfbremse: eine Folie, die raumseitig unter der Dämmung verlegt und an allen Stößen und Rändern sauber verklebt wird.
Genau an dieser Verklebung entscheidet sich alles. Eine lieblos verlegte Dampfbremse ist schlimmer als gar keine, weil die Feuchtigkeit dann punktuell eindringt und sich dort sammelt. Wenn Sie an einer Stelle nicht sparen sollten, dann hier.
Und weil es hier wirklich um Bauphysik geht: Lassen Sie den Deckenaufbau vorab von einer Fachperson beurteilen. Nicht jede Holzbalkendecke braucht automatisch eine Dampfbremse – je nach bestehendem Aufbau, vorhandenen Schüttungen und Dichtheit der Deckenuntersicht kann sie nötig, entbehrlich oder in einzelnen Fällen sogar schädlich sein. Diese Beurteilung kostet wenig und erspart im schlechtesten Fall einen Feuchteschaden im Gebälk.
Welcher Dämmstoff kommt in Frage?
Anders als bei der Fassade ist die Auswahl hier entspannt: Es gibt keinen Putz, keine Witterung. Was zählt, sind Untergrund und Nutzung.
Für die meisten Fälle ist Mineralwolle die naheliegende Wahl: nicht brennbar, günstig und nachgiebig genug, um sich Unebenheiten und Balken anzupassen. Auf einer glatten Betondecke spielen dagegen EPS-Platten ihre Stärke aus, oft gleich als fertiges Element mit belastbarer Oberseite.
Wer etwas mehr investieren mag, greift zu Holzfaser oder Zellulose. Diese Materialien speichern Wärme besser und halten die Sommerhitze länger draußen – ein Argument, das jeder zu schätzen weiß, der im August schon einmal unter einem heißen Dach geschlafen hat.
Welche Dämmstärke ist sinnvoll?
Beim Dachboden gilt eine erfreuliche Regel: Platz ist meistens genug da. Niemand verliert Wohnfläche, wenn die Dämmung zehn Zentimeter dicker ausfällt. Und der Preisunterschied hält sich in Grenzen, wie unsere Werte für Niederösterreich zeigen:
Von 10 auf 30 Zentimeter – also dem Dreifachen an Material – kostet nur rund 16 Euro pro Quadratmeter mehr. Der Grund ist derselbe wie bei der Fassade: Anfahrt, Arbeitszeit und das Ausräumen des Dachbodens fallen ohnehin an, egal wie dick die Matte ist.
Als Orientierung: Mit 20 Zentimetern erreichen Sie etwa 0,18 W/m²K, mit 30 Zentimetern rund 0,12. Die verbindlichen Anforderungen ergeben sich aus der OIB-Richtlinie 6 und den Vorgaben der Bundesländer. Was der U-Wert überhaupt bedeutet, erklären wir im Ratgeber Fassadendämmung.
So läuft die Dämmung ab
Der Ablauf ist angenehm überschaubar – ein Grund, warum diese Maßnahme so beliebt ist:
- Dachboden ausräumen und kehren: der zeitaufwendigste Teil, ganz ohne Fachwissen.
- Untergrund prüfen: Ist die Decke trocken? Gibt es Feuchteflecken vom Dach? Erst das klären, dann dämmen.
- Dampfbremse verlegen (wenn erforderlich!): überlappend auslegen, Stöße und Ränder sauber verkleben.
- Dämmung verlegen: im Verband, mit versetzten Stößen, fugendicht bis in die Ecken. Zweilagig ist besser als einlagig, weil die Fugen der zweiten Lage die der ersten überdecken.
- Ränder und Durchdringungen: Kamin, Rohre und Traufbereich sorgfältig anschließen – ohne die Lüftung des Dachraums zu blockieren.
- Dachbodenluke dämmen: gedämmter Deckel plus umlaufende Dichtung. Der letzte Schritt, aber keineswegs der unwichtigste.
Ein Profiteam ist mit einem durchschnittlichen Dachboden meist an einem Tag durch. Rechnen Sie trotzdem einen Vorlauf ein: Gute Betriebe sind in der Sanierungssaison früh ausgebucht.
Drei Dinge klären Sie am besten schon vor dem Angebot, weil sie den Aufwand bestimmen: Wie kommt das Material auf den Dachboden – reicht die Luke oder braucht es einen Außenaufzug? Gibt es Einbauten wie einen Kamin, Lüftungsrohre oder eine Solaranlage, die umdämmt werden müssen? Und liegt vielleicht noch alte Dämmung oben, die entsorgt gehört? Wer das vorab beantwortet, bekommt vergleichbare Angebote statt Überraschungen auf der Schlussrechnung.
Selber machen – wann das sinnvoll ist
Die Dachbodendämmung ist eine der wenigen Sanierungen, bei denen Eigenleistung wirklich etwas bringt. Das Material kostet je nach Aufbau nur etwa 8 bis 20 Euro pro Quadratmeter – der Rest ist Arbeitszeit, die Sie selbst einbringen können.
Sinnvoll ist das vor allem bei einer ebenen Massivdecke ohne Dampfbremse. Platten zuschneiden und fugendicht verlegen ist keine Zauberei, das Werkzeug beschränkt sich auf Maßband, Messer und etwas Geduld an den Rändern.
Vorsicht ist dagegen bei Holzbalkendecken mit Dampfbremse geboten. Hier hängt die Bauphysik an einer luftdicht verklebten Folie – und ein Fehler zeigt sich erst Jahre später als Feuchteschaden im Gebälk. Diese Rechnung geht selten auf.
Ein wichtiger Hinweis für alle Selbermacher: Wenn Sie eine Förderung anstreben, prüfen Sie vorher die Bedingungen. Viele Programme verlangen die Ausführung durch einen befugten Betrieb oder fördern zumindest nur die Materialrechnung.
So drücken Sie den Preis
Auch bei einer ohnehin günstigen Maßnahme lässt sich etwas herausholen. Fünf Hebel, die in der Praxis wirklich etwas bringen:
- Selbst ausräumen und kehren. Der zeitaufwendigste Teil braucht kein Fachwissen. Wenn der Betrieb einen leeren, sauberen Dachboden vorfindet, spart das direkt Arbeitsstunden.
- Mehrere Angebote einholen. Die Spannen sind groß, und Dachbodendämmung ist ein Auftrag, den viele Betriebe gerne zwischendurch mitnehmen.
- Auf die Zwischensaison schauen. Diese Arbeit ist wetterunabhängig – im Winter, wenn Fassadenbaustellen stillstehen, sind Betriebe oft flexibler beim Preis.
- Nicht begehbar wählen, wenn es reicht. Die ehrliche Antwort auf die Nutzungsfrage spart sofort 8 bis 15 Euro pro Quadratmeter.
- Gleich mitmachen, was ohnehin ansteht. Eine neue Leitung, eine bessere Beleuchtung oder die Dämmung der Heizungsrohre am Dachboden – solange jemand oben arbeitet, kostet das kaum Zusatzaufwand.
Was Sie dagegen nicht am falschen Ende sparen sollten: an der Dämmstärke und an der sauberen Ausführung der Ränder. Beides holen Sie später nie wieder nach, ohne alles noch einmal anzugreifen.
Die typischen Fehler
Weil die Maßnahme so einfach wirkt, passieren die Fehler meist aus Bequemlichkeit. Diese fünf sehen wir am häufigsten:
- Die Luke bleibt ungedämmt. Der Klassiker: 100 Quadratmeter perfekt gedämmt, und mittendrin ein ungedämmter Deckel ohne Dichtung.
- Fugen und Ränder werden geschludert. Jede offene Fuge ist eine Abkürzung für die Wärme. Zweilagig mit versetzten Stößen löst das Problem.
- Die Dämmung wird zusammengedrückt. Ob durch abgestellte Gegenstände oder festes Stopfen: gepresste Dämmung dämmt schlechter – abgesehen davon, dass am Dachboden ohnehin nichts gelagert werden darf.
- Die Dachraumlüftung wird zugebaut. Der Dachboden muss weiterhin belüftet sein, sonst bleibt Feuchtigkeit im Raum stehen.
- Feuchteschäden werden übersehen. Ein undichtes Dach gehört repariert, bevor die Dämmung kommt – sonst verstecken Sie das Problem nur.
Alle fünf sind leicht vermeidbar. Und sie kosten nichts extra, wenn man von Anfang an daran denkt. Ein einfacher Test nach getaner Arbeit: Gehen Sie an einem kalten Tag hinauf und legen Sie die Hand auf den Boden. Fühlt sich eine Stelle deutlich wärmer an als der Rest, sitzt dort die Dämmung nicht sauber – meist an einem Rand, einer Durchdringung oder eben an der Luke.
Wenn der Dachboden ausgebaut ist
Alles bisher Gesagte gilt für den ungenutzten Dachboden. Ist das Dachgeschoß ausgebaut und beheizt, verschiebt sich die Dämmebene nach oben: Dann muss die Dachschräge gedämmt werden.
Das ist eine andere Größenordnung. Eine Zwischensparrendämmung von innen – Klemmfilz zwischen den Sparren, Dampfbremse, Verkleidung – kostet je nach Bundesland grob 58 bis 144 Euro pro Quadratmeter. Sie ist damit drei- bis viermal so teuer wie die Geschoßdecke und deutlich aufwendiger, weil im bewohnten Raum gearbeitet wird.
Deshalb der ehrliche Rat: Wenn Sie ohnehin überlegen, den Dachboden irgendwann auszubauen, entscheiden Sie das vorher. Erst die Geschoßdecke zu dämmen und zwei Jahre später alles wieder herauszureißen, ist die teuerste aller Varianten.
Förderungen für die Dachbodendämmung
Thermische Sanierungen werden in Österreich auf zwei Ebenen gefördert: vom Bund und von den Bundesländern. Beide Schienen gibt es seit Jahren, ihre Ausgestaltung ändert sich aber laufend – Programme werden neu aufgelegt, Sätze angepasst, Budgets sind irgendwann aufgebraucht.
Stabil bleiben dagegen die Spielregeln. Diese Punkte gelten programmübergreifend fast immer:
- Ein technischer Mindeststandard: Meist wird eine bestimmte Dämmstärke oder ein U-Wert verlangt – ein Grund mehr, nicht zu knapp zu dämmen.
- Nachweise: häufig Energieberatung und Energieausweis, teils vor und nach der Maßnahme.
- Die richtige Reihenfolge: erst Registrierung oder Zusage, dann bauen. Wer vorher loslegt, geht mitunter leer aus.
- Befugte Betriebe: Eigenleistung ist oft nicht oder nur eingeschränkt förderfähig.
Klären Sie die Förderfrage deshalb vor dem ersten Handgriff direkt bei der zuständigen Stelle – und rechnen Sie nie fest mit einem Zuschuss, den Sie noch nicht schriftlich haben.
- Bund: sanierungsoffensive.gv.at
- Land: die Wohnbau- oder Energieförderstelle Ihres Bundeslandes
- Allgemein: oesterreich.gv.at
Was die Dämmung einspart
Die Heizkostenabrechnung ist manchmal ehrlicher, als einem lieb ist. Bei einem ungedämmten Dachboden zeigt sie eine Position, die schlicht in den Himmel geheizt wird.
Wie viel genau Sie sparen, hängt vom Ausgangszustand ab. Bei einer völlig ungedämmten Decke sind spürbare zweistellige Prozentsätze beim Heizwärmebedarf möglich; liegt schon etwas Dämmung oben, fällt der Sprung kleiner aus. Entscheidend ist aber ohnehin das Verhältnis: Weil die Maßnahme so günstig ist, amortisiert sie sich häufig in zehn bis fünfzehn Jahren – bei Eigenleistung oft schneller.
Was in keiner Rechnung steht: Der Raum unter dem Dachboden wird spürbar behaglicher. Die Zimmerdecke im Obergeschoß ist im Winter nicht mehr kalt, und im Sommer heizt sich das Geschoß langsamer auf. Diesen Unterschied merkt man ab dem ersten Winter.
Vom Dachboden zum Sanierungsplan
Richtwerte helfen bei der Orientierung – die eigentliche Frage bleibt aber, was das für Ihr Haus bedeutet. Wie viel Fläche hat Ihr Dachboden? Was liegt schon oben? Und vor allem: Ist der Dachboden wirklich der beste erste Schritt, oder gibt es bei Ihnen eine größere Baustelle?
Genau dafür ist unser kostenloser Sanierungsrechner da. Sie geben Ihre Gebäudedaten ein oder laden Ihren Energieausweis hoch – wir rechnen die Dachbodendämmung mit den Preisen Ihres Bundeslandes durch und zeigen Ersparnis, Amortisation und mögliche Förderungen.
Der eigentliche Nutzen liegt im Vergleich: Sie sehen den Dachboden neben Fassade, Fenstern und Heizung und erkennen sofort, welche Reihenfolge sich rechnet. Wie sich die Maßnahmen preislich zueinander verhalten, zeigt auch der Ratgeber Was kostet eine Sanierung?
Dachbodendämmung für Ihr Haus berechnen →Die häufigsten Irrtümer
„Ein kalter Dachboden ist normal, da muss man nichts machen.“
Kalt darf er ruhig sein – das ist ja der Sinn. Die Frage ist nur, wo die Grenze zwischen warm und kalt verläuft. Ohne Dämmung liegt sie irgendwo im Nirgendwo, und Ihre Heizung wärmt fleißig den Dachraum mit.
„Wenn ich dämme, schimmelt mir das Dach.“
Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Ein gedämmter, gut belüfteter Dachboden bleibt trocken, weil weniger warme Feuchtluft von unten nachströmt. Kritisch wird es nur, wenn bei einer Holzbalkendecke die Dampfbremse fehlt oder schlampig verklebt ist.
„Dämmen lohnt sich nur bei der Fassade.“
Die Fassade bringt in Summe mehr, kostet aber das Zehnfache pro Quadratmeter. Beim Dachboden bekommen Sie den kleineren Effekt zum Bruchteil des Preises – gemessen an Euro pro eingesparter Kilowattstunde ist er unschlagbar.
„Die Dachbodenluke ist doch nebensächlich.“
Ein Quadratmeter ungedämmte Luke macht mühelos zunichte, was zehn Quadratmeter Dämmung einsparen. Es ist die klassische offene Stelle – und die günstigste, die man schließen kann.
„Je fester ich die Dämmung stopfe, desto besser.“
Nein. Dämmwirkung entsteht durch die eingeschlossene Luft im Material. Wer Mineralwolle zusammenquetscht, presst genau das heraus, was dämmen soll – und macht die Dämmung schlechter statt besser.
Häufige Fragen
Was kostet es, den Dachboden zu dämmen?
Für eine nicht begehbare Dämmung der obersten Geschoßdecke mit 20 cm liegen die Kosten in Österreich bei rund 24 bis 71 Euro pro Quadratmeter, je nach Bundesland. Bei 100 m² Dachbodenfläche sind das etwa 2.500 bis 7.000 Euro. Eine begehbare Ausführung kostet ungefähr 8 bis 15 Euro pro Quadratmeter mehr.
Wie dick muss die Dämmung am Dachboden sein?
In der Praxis haben sich 20 Zentimeter etabliert, das entspricht etwa 0,18 W/m²K. Für höhere Förderstufen werden oft 24 bis 30 Zentimeter verlangt. Weil der Dämmstoff selbst der günstigste Teil ist, lohnt es sich fast immer, gleich etwas dicker zu gehen.
Begehbar oder nicht begehbar dämmen?
Wenn Sie den Dachboden nur ein- bis zweimal im Jahr betreten, genügt die nicht begehbare Variante – sie ist deutlich günstiger. Eine begehbare Ausführung mit druckfesten Platten oder einem Lattenrost ist dann sinnvoll, wenn Sie eine belastbare Fläche für Wartung und Kontrolle brauchen. Als Lagerfläche darf der Dachboden aus brandschutztechnischen Gründen ohnehin nicht genutzt werden.
Kann ich den Dachboden selbst dämmen?
Auf einer ebenen Massivdecke ist das eine der wenigen Sanierungen, die sich wirklich für Eigenleistung eignen: Material kostet etwa 8 bis 20 Euro pro Quadratmeter. Bei Holzbalkendecken mit Dampfbremse wird es anspruchsvoller – dort entscheidet die luftdichte Ausführung über Erfolg oder Bauschaden.
Brauche ich eine Dampfbremse?
Nicht automatisch. Eine Holzbalkendecke bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine Dampfbremse erforderlich ist – das hängt vom konkreten Aufbau ab, etwa von vorhandenen Schüttungen und der Dichtheit der Deckenuntersicht. Bei einer Massivdecke aus Beton ist meist keine nötig. Lassen Sie das unbedingt von einer Fachperson beurteilen: Eine falsch gewählte oder schlecht verlegte Dampfbremse kann mehr schaden als nützen.
Welcher Dämmstoff ist am besten?
Mineralwolle ist der bewährte Standard, besonders auf unebenen Holzbalkendecken. EPS-Platten sind günstig und formstabil für ebene Massivdecken. Holzfaser und Zellulose kosten mehr, bieten aber den besten Hitzeschutz im Sommer.
Wie schnell rechnet sich die Dachbodendämmung?
Weil die Maßnahme günstig ist, amortisiert sie sich häufig innerhalb von zehn bis fünfzehn Jahren – bei Eigenleistung oft schneller. Damit ist sie in der Regel die wirtschaftlichste Einzelmaßnahme am ganzen Haus.
Muss die Dachbodenluke mitgedämmt werden?
Unbedingt. Eine ungedämmte Luke ist ein Loch in der Dämmebene und macht einen guten Teil der Wirkung zunichte. Es gibt fertige gedämmte Luken mit umlaufender Dichtung; nachrüsten lässt sich auch mit aufgeklebten Dämmplatten und einem Dichtungsband.
Was ist Einblasdämmung und wann ist sie sinnvoll?
Dabei wird loser Dämmstoff – meist Zellulose oder Mineralwolle – in Hohlräume geblasen, etwa zwischen die Balken einer Holzbalkendecke. Das geht schnell, füllt fugenlos aus und ist sinnvoll, wenn der Aufbau nicht geöffnet werden soll.
Was mache ich, wenn der Dachboden ausgebaut ist?
Dann fällt die oberste Geschoßdecke als Dämmebene weg und es muss die Dachschräge gedämmt werden. Das ist deutlich aufwendiger und teurer – bei einer Zwischensparrendämmung von innen rechnet man je nach Bundesland grob mit 58 bis 144 Euro pro Quadratmeter.
Wie lange dauert die Dämmung des Dachbodens?
Ein durchschnittlicher Dachboden ist von einem Profiteam meist an einem Tag fertig. In Eigenleistung sollten Sie ein Wochenende einplanen – der Großteil der Zeit geht für das Ausräumen und das saubere Zuschneiden an den Rändern drauf.
Kann durch die Dämmung Schimmel entstehen?
Bei fachgerechter Ausführung nicht. Wichtig ist ein weiterhin belüfteter Dachraum – und, falls für Ihren Aufbau erforderlich, eine fachgerecht verlegte Dampfbremse. Achtung: Bei manchen Aufbauten kann eine Dampfbremse sogar kontraproduktiv sein und Feuchtigkeit einschließen. Ziehen Sie deshalb vorab Fachpersonal zu Rate, statt pauschal eine Folie zu verlegen.
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